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Sehenswürdigkeiten am Klopeiner See

Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk

Ernst Barlach – Käthe Kollwitz und Werner Berg: Das Spätwerk - Sonderausstellungen im Werner Berg Museum in Bleiburg in der Region Klopeinersee in Kärnten

Dem Maler Werner Berg (1904-1981) widmet die Stadt Bleiburg seit 1968 ein monografisches Museum. Das repräsentative Haus am Bleiburger Hauptplatz ist seither zu einem Anziehungspunkt für Kunstliebhaber aus der ganzen Welt geworden. Es zeigt das Œuvre des Künstlers, dessen künstlerischer Ausgangspunkt der deutsche Expressionismus war, in einzigartiger Wechselwirkung von Kunst und Umwelt im Kerngebiet seines Ursprungs.

Bei den jährlich wechselnden Ausstellungen wird stets versucht einen thematischen Dialog zwischen dem Werk Werner Bergs und der jeweiligen Sonderausstellung zu finden. Die Kunst Werner Bergs wird so auch für den wiederholten Besucher unter ständig neuen Gesichtspunkten erlebbar. So zeigt sich, wie dessen Werk auch unter verschiedenen Fragestellungen unserer Zeit ständige Aktualität bewahrt.

Das Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk zeigt vom 04. Mai bis 27. Oktober 2019 zeitgleich folgende Ausstellungen:

Ernst Barlach - Käthe Kollwitz
Über die Grenzen der Existenz

Die in Kooperation mit der Ernst Barlach Gesellschaft Hamburg entstandene Ausstellung "Ernst Barlach - Käthe Kollwitz - Über die Grenzen der Existenz" ist die bisher umfangreichste Zusammenschau dieser beiden weltbekannten Künstler in Österreich.

Schon früh konzipierten Ernst Barlach (1870-1938) und Käthe Kollwitz (1867-1945) ihre künstlerische Arbeit im Widerspruch zu einer als kalt empfundenen, vom Materialismus geprägten Wirklichkeit.

Käthe Kollwitz stellte ihre Kunst in den Dienst gesellschaftlicher Verantwortung und hat eine Fülle von sozialrevolutionären Werken geschaffen. Ihre Aufmerksamkeit gilt jenen Menschen, die im Schatten des Fortschritts in ärmsten Verhältnissen leben und täglich um ihre Existenz ringen. In realistischer und appellativer Bildsprache klagt sie eine Wirklichkeit an, die solche Ungerechtigkeiten zulässt.

Während das Werk der Käthe Kollwitz von einer engagierten diesseitigen, auf die konkreten gesellschaftlichen Verhältnisse ausgerichteten Sichtweise und Zielperspektive konzentriert ist, lässt sich Ernst Barlach als Mystiker der Moderne beschreiben. Die Menschenbilder von Ernst Barlach tragen wenige individuelle Merkmale. Sie verkörpern Zustände des Seins und sind Ausdruck geistiger Orientierung für eine bessere Welt.

Mit über 160 Exponaten bietet die Ausstellung nicht nur einen retrospektiven Einblick in das Gesamtwerk beider Künstler im historischen Kontext, sondern sie spiegelt auch deren Weltanschauungen in die Gegenwart. Über die Grenzen der Existenz wollten Barlach wie Kollwitz in ihren Werken hinausgehen. Sah Barlach eine Überwindung der Grenzen eher im Spirituellen, in der geistigen Kompetenz des Menschen, so ist die künstlerische Arbeit der Kollwitz dem sozialen Engagement verpflichtet. Die aktuellen Debatten um soziale Verantwortung, Armut und Reichtum, Empathie und Engagement für den Frieden sind darin aufgehoben, ebenso wie die Sinnsuche des Menschen in der globalen von Krisen geschüttelten Gegenwart. Bis heute sind ihre Werke aufrüttelnd und tröstend zugleich.

Von den Nationalsozialisten als "antideutsch" und "entartet" verunglimpft steht die Konstellation Barlach - Kollwitz heute im internationalen Kontext vor allem auch für den künstlerischen und moralischen Widerstand gegen Gewaltherrschaft, Terror und Krieg.

Dem Bildhauer, Zeichner und Schriftsteller Ernst Barlach war der einfache, unverbildete Mensch Symbol der Existenz schlechthin. Die menschliche Figur ist seine "künstlerische Muttersprache". Er will über die Erschütterungen seiner Zeit hinauskommen, seine Menschenbilder drücken jenseits der realen Welt immer wiederkehrende Gefühle und Seinszustände aus, so, als wären sie ein Teil der Ewigkeit und gehörten in keinen spezifisch kulturellen Kontext.

Anders Käthe Kollwitz. "Nie habe ich eine Arbeit kalt gemacht, sondern immer gewissermaßen mit meinem Blut. Das müssen die, die sie sehen, spüren." Die Berliner Grafikerin und Bildhauerin sah ihre künstlerische Arbeit eng mit dem konkreten politischen Kampf gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit verbunden.

Als Intervention in den öffentlichen Raum konfrontieren großflächige Fassadengestaltungen im Stadtzentrum mit den aufrüttelnden Arbeiten der Käthe Kollwitz und Ernst Barlach.

WERNER BERG - Abschied
Das Spätwerk 1969-1981

Im Werk von Werner Berg (1904-1981) lassen sich vielfach Spuren der Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Ernst Barlach und Käthe Kollwitz finden. Wie Barlach bezweifelt auch Berg die Errungenschaften des technischen und wirtschaftlichen Fortschritts. Schon 1931 zieht der promovierte Volkswissenschaftler und Maler auf einen entlegenen Bergbauernhof im Südosten Kärntens. Er will das Leben eines Bauern führen, trotz der damit verbundenen Härte und zeitlichen Beschränkungen für seine Malerei. Berg sucht die wahre, unverfälschte Existenz jenseits der bürgerlichen Konventionen. In der beschwerlichen Alltagswirklichkeit dieser abgeschiedenen Region findet er den Gegenentwurf zu der gesellschaftlichen Entfremdung. Über Jahrzehnte entstehen kraftvolle, farbenprächtige Bilder von Menschen, ihrem Lebensumfeld und der unberührten Landschaft.

In seinem Spätwerk jedoch verändert sich der Blick des Malers deutlich. Die zum Teil in dieser Ausstellung erstmals gezeigten Bilder sind eindringliche Zeichen der zunehmenden existentiellen Vereinsamung des Künstlers. Die Farben sind kühler und gedeckter. Kahle Neubauten, verlassene Bauernhöfe, sorgenvolle Menschen und melancholische Landschaften deuten auf die strukturelle Veränderung der Region hin, die Werner Berg immer fremder zu werden, zu entschwinden scheint.

Die dialogische Konzeption der Ausstellungen verbindet die Werke von Ernst Barlach, Käthe Kollwitz und Werner Berg. Sie zeigt deren Bedeutung für die Gegenwart und initiiert den lebendigen Diskurs über Wachstum und Fortschritt heute.

  • Ausstellungseröffnung: Samstag, 04. Mai 2019, 19.00 Uhr
  • Öffnungszeiten: 04. Mai – 27. Oktober 2019, Di-So: 10.00 - 18.00 Uhr
  • Audioguides kostenlos
  • Führungen für Gruppen auf Anfrage. Während der Ausstellung findet jeden Sonntag um 11.00 Uhr eine GRATIS FÜHRUNG statt.

Werner Berg Museum Bleiburg|Pliberk | 10. Oktober Platz 4 | A-9150 Bleiburg | Tel.: +43 (0) 4235 2110-27 oder 2110-13 | Jetzt Anfragen | www.wernerberg.museum

  • Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk in Südkärnten
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